50. Geburtstag am 25.07.2006

Festtagsrede - von Dorle Hütter
Lieber Bernhard,
ganz ohne etwas in der Hand wollten wir nicht kommen.
Zum Aufhängen hast du ausdrücklich nichts gewollt. Etwas zum
Essen oder Trinken ist auch nicht ideal. Bei 108 kg wäre uns maximal
ein Päckchen Knäckebrot eingefallen.
Wir haben uns für diesen Stein entschieden, nicht
zuletzt deshalb, weil ein Stein symbolisch dich, deine Lebensweise und
vor allem deine Eigenschaften beinhaltet.
Den Stein haben wir dir aus unserer Wahlheimat Elba mitgebracht.
Ein Stein ist im allgemeinen hart, schwer, rauh, scharfkantig,
formstabil und unzerbrechlich. Durch einen Stein kann alles andere kaputt
gehen, nur der Stein nicht.
Natürlich gibt es auch ein paar wenige Sorten, die
glatt und zerbrechlich sind - doch diese meine ich nicht.
Eine Menge Redewendungen hat man den Steinen gewidmet
und bei all diesen sprichwörtlichen Redensarten kann man einen Bezug
zu dir herstellen.
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen:
Wie oft sitzt du im Glashaus und wirfst mit Felsbrocken. Du warst völlig
verärgert darüber, dass die Gemeinde Oberstenfeld es nicht in
den Griff bekommt Schilderanlagen für Gewerbetreibende zu installieren
um den unkontrollierten Schilderwall einzudämmen – die Schilder
die man in vergangenen Jahren im Dorf gesehen hat, trugen überwiegend
deinen Namen.
Bei jemandem einen Stein im Brett haben:
Jeder der Anwesenden wird es schon erlebt haben, dass du ein kameradschaftlicher
Freund und Berater bist – vorausgesetzt man hat diesen Stein in
deinem Brett.
Der Stein der Weisen suchen:
Du bist einer der Menschen, die in ihrer Denkweise der Zeit meist etwas
voraus sind. Du bist zukunftsorientiert und immer auf der Suche nach neuen
Möglichkeiten und unentdeckten Weisheiten. Wirtschaftlich und politisch
bist du teilweise ein Prophet.
Den Stein des Sisyphus wälzen:
Sisyphus musste zur Strafe immer wieder einen Stein den Berg hinaufrollen
und immer wieder fiel er herunter. Wie oft ist es eine Sisyphusarbeit:
Beim Einlernen von neuen Mitarbeitern, bei Ausschreibungen oder bei zwischenmenschlichen
Beziehungen und wie oft ist die Mühe umsonst.
Den Stein ins Rollen bringen:
Es wäre ein abendfüllender Bericht, die Szenen wiederzugeben,
in denen du einen Stein ins Rollen gebracht hast. Wie oft schon stand
in der Zeitung, ein Oberstenfelder Bauunternehmer sagte, Herr Bernhard
Klenk aus Oberstenfeld meinte. Wieviel Steine da schon ins Rollen kamen
um später im Sande zu verlaufen, ist nicht mehr nachzuvollziehen.
Ein Stein des Anstoßes zu sein:
Viele, viele Male warst du schon der Stein des Anstoßes und wie
oft schon hast du es dir gefallen lassen, dass Menschen sehr negativ von
dir geredet haben. Doch wie viele Menschen waren froh einen unter sich
zu haben, der Dinge anpackt und ausspricht und wie wenige haben deinen
Mut auch öffentliche Diffamierungen zu ertragen ...
Einen Stein auf dem Herzen haben:
Ich weiß, dass es sie gibt, die Situationen, in denen auch du einen
Stein auf dem Herzen hast und dankbar bist, dann auch mal einen Zuhörer
für deine Probleme zu haben.
Es ist zum Steine erweichen:
Du hast die göttliche Gabe und nötige Redegewandheit, Menschen
für etwas zu motivieren, was sie überhaupt nicht möchten
– und es letztendlich, wenn auch etwas widerwillig, tun.
Jemandem alle Steine aus dem Weg räumen:
Sicher ist es eine menschliche Neigung, sich gerne die Steine aus dem
Weg räumen zu lassen. Von dieser Neigung hast du auch einiges mitbekommen
und es gab Zeiten in denen Waltraud alle Hände voll zu tun hatte,
um Steine zu beseitigen.
Jemandem fällt ein Stein vom Herzen:
Gerade als Selbstständiger gibt es mehr als genug Situationen in
denen einem ein Stein vom Herzen fällt. Sei es eine Kreditzusage,
ein endlich zufriedengestellter Kunde oder ein nerviger Mitarbeiter, der
nun doch selbst gekündigt hat.
Jemandem Steine in den Weg legen:
Sicher ist es nicht deine Art aus nichtigem Grund jemanden Steine in den
Weg zu legen, doch hat es dieser Jemand geschafft, dich ordentlich zu
ärgern, bist du absolut in der Lage ihm mit listigen Einfällen
durch ganze Wagenladungen den Weg zu blockieren.
Steine statt Brot geben:
Wenn ich diese Redewendung richtig interpretiere, passt auch sie sehr
gut zu dir. Du bist ein Mensch, der immer bereit ist einem anderen zu
helfen und kannst du ihm kein Brot geben, dann gibst du ihm einen Stein
und damit die Möglichkeit sein Brot zu verdienen.
Kein Stein bleibt auf dem anderen:
Wer dich schon in Rage gesehen hat weiß, dass du ein richtiger Narrenkaspar
sein kannst und es in Kürze fertig bringst, alles über den Haufen
zu schmeißen. Kein Stein bleibt auf dem anderen und die Anwesenden
sitzen still und stumm um den Steinhaufen herum.
Zwischen zwei Mühlsteine geraten:
Wenn man dein Umfeld als Mühlsteine bezeichnen kann, befindest du
dich ständig zwischen Mühlsteinen. Eigentlich solltest du dich
um die Firma kümmern, doch du hast beim Tennis zugesagt – beim
Tennis ist es prima, doch zu Hause wartet Margit mit einem Essen, Mona
und Michael hast du auch versprochen, noch kurz vorbeizuschauen, Waltraud
wolltest du noch fragen, wie es bei der Untersuchung war und herrje in
der Burgstraße solltest du dringend die Fenster schließen,
da es ein Gewitter geben soll. Der Bauherr in der Heilbronner Straße
wartet auch schon seit 1 Stunde. Inzwischen hast du noch einen getroffen,
der dir unbedingt noch was Wichtiges aus dem Gemeinderat erzählen
will. Natürlich musst du jetzt Herrn Rosner ganz spontan noch eine
E-Mail schreiben, um ihm mitzuteilen, dass sein Gemeinderat ein Schlafkappenverein
ist. Dein Geburtstagskomitee musst du auch noch deligieren, weil ohne
dich geht ja nichts – pass auf, dass die Mühlsteine dich nicht
zerreiben.
Viel Steine gabs und wenig Brot:
Diese Redewendung ist wohl sehr passend für dich. Du gehst seit Jahren
einen steinigen Weg mit kleinen Erfolgen. Wir wünschen dir, dass
du dieses steinige Tal bald durchwandert hast und dich zur Belohnung an
größeren Brotlaiben erfreuen kannst.
Nach all den steinharten Erzählungen über dich
möchte ich nun meinen Vortrag mit einem passenden Bibelwort beenden:
Johannes 8,7
WER OHNE SÜNDE IST DER WERFE DEN ERSTEN STEIN
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